Was ist aus den Träumen meiner Generation geworden? 

Ich bin mitten im Kalten Krieg groß geworden. Die atomare Bedrohung durch die NATO und den Warschauer Pakt war einfach mein Leben lang da. Ich kannte es nicht anders. Und da ich keine Verwandtschaft im östlichen Teil Deutschlands – der DDR – hatte, waren diese Deutschen auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs für mich Feinde. Sie bedrohten uns mit Vernichtung. Die NATO wurde auf allen Karten im Fernsehen immer blau dargestellt – wir waren die Guten –  die roten Kommunisten, die uns ihre Ideologie aufzwingen wollten, waren die Bösen. Sie waren wie die Borg im Star Trek-Universum – Ihr werdet alle assimiliert werden, Widerstand ist zwecklos!

Diese Gefühle, diese Angst, waren Teil meines Lebens.

Damals wurden auch noch Überschall-Flüge durch die Luftwaffe über bewohntem Gebiet durchgeführt. Ein Überschall-Knall war für mich nichts Ungewöhnliches, genauso wie Sirenengeheuel. Und im Herbst wurden die großen Manöver in der Bundesrepublik abgehalten. Der 7. Sinn warnte davor, zu dicht auf einen Panzer aufzufahren, da man als PKW-Fahrer leicht von diesem bei einer Vollbremsung zerquetscht werden konnte.

Und da ich häufig in Hohenfelde an der Ostsee bei meinen Großeltern war, war auch Flak-Lärm etwas Vertrautes, da hier ständig die Flugziele für die Flugabwehrkanonenpanzer Gepard vorbeiflogen, die einen Strandabschnitt weiter – in Todendorf – stationiert waren. Hier konnte scharf geschossen werden – nämlich auf´s Meer hinaus. Im Sommer 1991 war ich dann selbst in Todendorf als Wehrpflichtiger des Flugabwehrregimentes 6 stationiert. Damals war die Bundeswehr eine reine Verteidigungsarmee, die nur auf deutschem Boden operieren sollte oder im Bündnisfall. Nie wieder Krieg von deutschem Boden! Und dann waren deutsche Soldaten im Kosovo und unsere Freiheit wurde in Afghanistan verteidigt und in Mali.
Das war nicht der Plan!

Militär und atomare Bedrohung mit Friedensmärschen zu Ostern usw. gehörten zu meiner Welt. Genauso, wie die Erkenntnis, dass Deutschland die atomare Hauptkampfzone zwischen den beiden Blöcken war. Mein Vater hat Anfang der 1980er Jahre – als Soldat der Luftwaffe – an den WINTEX-Planungsübungen teilgenommen. Hier wurde der Angriff des Warschauer Paktes auf Westdeutschland „durchgespielt“. Und nach 45 Minuten kam der Befehl aus dem NATO-Hauptquartier in Brüssel, Atomwaffen über Deutschland abzuwerfen!

Und  als ich im Mai 1990 nach Gdynia bei Danzig auf Klassenfahrt war, fühlte sich das schon seltsam an, hinter den Eisernen Vorhang zu fahren. Deutschland wurde erst am 3. Oktober wiedervereint, so dass wir damals noch durch die DDR gefahren sind. Und Polen war noch Teil des Warschauer Paktes. Wir waren also tief im Feindesland.

Als dann die Deutsche Wiedervereinigung kam, sich der Ostblock und die UdSSR auflösten und es nur noch das Verteidigungsbündnis der NATO gab, dachte ich, dass es jetzt die Chance für weltweiten Frieden geben würde, dass wir den Hunger in der Welt bekämpfen könnten, die Umweltverschmutzung eindämmen würden und dass es zu einem globalen, friedlichen Miteinander der Völker kommen würde.

Doch nichts davon ist geschehen. Wo es früher einen Feind gab, kamen jetzt reihenweise muslimische Feinde, die dank der Amerikaner und der NATO weggebombt wurden. Nix war es mit einem friedlichen Miteinander der Völker.

Und jetzt befinden sich die Amerikaner im Verteidigungszustand 2 (DEFCON 2), bei 1 herrscht Krieg – bis hin zum Atomkrieg. DEFCON 2 gab es das letzte Mal während der Kuba-Krise im Oktober 1962. Der Kalte Krieg ist zurück und er ist heiß geworden, denn er wird mit Waffengewalt in Osteuropa – in der Ukraine – geführt.
Das ist doch Wahnsinn!

Wie ist es nur so weit gekommen?
Im Zuge der Gespräche zur Wiedervereinigung Deutschlands, haben im Februar 1990 die beiden Außenminister Baker (USA) und Genscher (Bundesrepublik Deutschland) die Welt darüber informiert, dass das vereinte Deutschland weiter Teil der NATO bleiben würde. Dafür sollte sich die NATO nicht weiter nach Osten ausbreiten. Ein Versprechen, dass nicht schriftlich festgehalten wurde. Deshalb gilt es heute nicht. Wenn die obersten Diplomaten der Welt ein mündliches Versprechen abgeben, dann gilt es nicht, so lange es nicht schriftlich festgehalten wird? Das stimmt mich traurig. Und dies ist der Anfang der Katastrophe in der Ukraine. Denn der Westen hat die Schwäche Russlands in den 1990er Jahren ausgenutzt, um sich immer weiter militärisch der Westgrenze Russlands anzunähern.
1999: Ungarn, Polen, Tschechien
2004: Rumänien, Slowakei, Slowenien, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen
2009: Albanien, Kroatien
2017: Montenegro
2020: Nordmazedonien
Dem Wunsch der Russen, nach Sicherheitsgarantien und dem Stopp der NATO-Osterweiterung wurde nicht nachgekommen!
Die NATO hätte sich mit Russland in den vergangenen Jahren einigen sollen und auch auf die russischen Ängst eingehen müssen. Das hat sie nicht getan.
Das Putin den Bogen mit dem Einmarsch in die Ukraine total überspannt hat und einen völkerrechtswidrigen Krieg begonnen hat, sehe ich genauso. Doch ich habe Verständnis für die tieferliegenden Gründe. Russland wurde vom Westen durchgehend ausgegrenzt. Und man ist der Westgrenze Russlands militärisch immer näher gekommen. Man bedenke, wie sich wohl die Amerikaner verhalten würden, wenn Russland mit Kanada und Mexiko ein Militärbündnis eingegangen wäre und dort Truppen stationieren würde. (Ach ja, hatten wir 1962 schon mal auf Kuba – das fanden die Amerikaner nicht so gut!) Aber die Russen müssen das hinnehmen.
Ich kann nur für uns alle hoffen, das die Situation nicht noch weiter eskaliert. Denn wenn selbst die Schweiz ihren Neutralitäts-Grundsatz aufgibt, wo soll das denn noch hinführen. So ähnlich muss die Stimmung vor dem 1. Weltkrieg gewesen sein und wo das hingeführt hat, wissen wir doch. Warum haben unsere Politiker nicht aus der Geschichte gelernt? Und auch unsere Medien fordern nicht zum Anhalten auf, sondern betreiben Kriegspropaganda.
Hört auf und kehrt zur Diplomatie zurück!!!

Das NATO-Versprechen vom 2.2.1990

Außenminister Baker (USA) und Außenminister Genscher (Bundesrepublik Deutschland) in Washington

Hans Dietrich Genscher (deutscher Aussenminister und Vizekanzler), flankiert von James Baker (amerikanischer Aussenminister) am 2.2.1990 in Washington:
„Wir waren uns einig, dass nicht die Absicht besteht das Nato Verteidigungsgebiet auszudehnen nach Osten. Das gilt nicht nur für die DDR sondern ganz generell.“

Wendeträume

von Frank Stoner und von den Kindern des Kalten Krieges
aus NuoViso: Home-Office 208

Hochrüstung und Kriegsrhetorik – Taumeln wir in den III. Weltkrieg?

Sahra Wagenknecht

Ralph T. Niemeyer – Legt die Waffen nieder

Klare Sicht

Die freie Journalistin Paula P’Cay sprach in „Klare Sicht“ mit dem Journalisten, Doku – Filmproduzenten & Publizisten Ralph T. Niemeyer der 16 Jahre mit Sara Wagenknecht verheiratet war, über sein interessantes & sehr bewegtes Leben. Das Gespräch streift einige Themen,unterAnderem Verschwörungspraktiken,Stellvertreterkriege,Krieg im Jemen & der Ukraine, Über Frieden & Krieg und Diplomatie….. Ein spannender und informativer Streifzug durch die Weltgeschehnisse der letzten 40 Jahre bis zur aktuellen Situation.

Ukraine 2014, ein illegaler Putsch

Dr. Daniele Gander

Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser sprach am 10. Mai 2015 in Berlin über den Putsch in der Ukraine 2014, den er als illegal einstuft. Dabei stützt sich Ganser auf das UNO-Gewaltverbot, das klar und deutlich den Sturz von Regierungen durch ausländische Geheimdienste verbietet und sagt: Alle UNO-Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede Androhung oder Anwendung von Gewalt.

Ganser zitiert in seinem Vortrag den früheren CIA-Mitarbeiter Ray McGovern, der über den Putsch vom 20. Februar 2014 in der Ukraine sagte: „Es war ein vom Westen gesponserter Putsch, es gibt kaum Zweifel daran.“

In einem kurz vor dem Putsch abgehörten Telefongespräch zwischen der US-Spitzendiplomatin Victoria Newland und Geoffrey Pyatt, dem US-Botschafter in der Ukraine, wurde besprochen, wer nach dem Putsch in der Ukraine die neue Regierung bilden solle. Newland sprach sich für Arsenij Jazenjuk aus, der auch tatsächlich nach dem Putsch Premierminister wurde. Die EU wollte Newland nicht in die geheime Operation einbeziehen: „Fuck the EU“, sagte Newland im abgehörten Gespräch wörtlich.

Ganser zeigt in seinem Vortrag, dass es immer wieder Putsche in der Geschichte gegeben hatte, welche das UNO-Gewaltverbot verletzten. So hat die CIA zusammen mit dem MI6 im Jahr 1953 im Iran die Regierung gestürzt, das war illegal. Im Jahr 1954 hat die CIA die Regierung von Guatemala gestürzt, auch das war illegal. 1973 hat die CIA in Chile die Regierung gestürzt, auch das war ein Verstoss gegen das UNO-Gewaltverbot.

Ganser ruft in seinem Fazit dazu auf, die eigene Medienkompetenz zu stärken, und nicht blind alles zu glauben, was im Fernsehen und den Zeitungen dargeboten wird.

Ukrainian Agony – Der verschwiegene Krieg

NuoViso

Aufgrund des aufflammenden Konfliktes im Donbass, zeigen wir den Film „Ukrainian Agony“ aus dem Jahr 2015, da er die Hintergründe es aktuellen Konfliktes beleuchtet. Seit Juli 2014 lebt Mark Bartalmai in Donezk – genau in der Region der Ukraine, wo ein blutiger Bürgerkrieg tobt. Für westliche Medienkonsumenten steht fest: Putin ist für den Konflikt verantwortlich.

Doch Mark Bartalmai wollte es genauer wissen und ging mit seiner Kamera direkt an die Kriegsfront. Seine Erfahrungen und sein Bildmaterial stellt er in Zusammenarbeit mit NuoViso Filmproduktion in einer Dokumentation zusammen.

Bei seinen Vor-Ort-Reportagen konnte Mark Bartalmai ein gänzlich anderes Bild zeichnen, als wir aus den westlichen Mainstreamnachrichten kennen. Tatsächlich handelt es sich bei den sogenannten Separatisten – von Kiev oftmals auch als Terroristen bezeichnet, um die Zivilbevölkerung im Donbass. Aus deren Reihen bildete sich eine Bürgerwehr, welche die neue Regierung in Kiev nicht akzeptieren wollte.

Diese schickte gleich die Armee – gegen das eigene Volk…. 

Leben und Sterben im Donbass

Wilhelm Domke-Schulz

Krieg oder Frieden in Europa – Wer bestimmt auf dem Kontinent?

KenFM: Positionen 1

KenFM Positionen, Berlin, 03.06.2015

“ Wird Deutschland, wird Europa in einen von den USA nahegelegten Russlandfeldzug geführt, obwohl es für diesen Krieg in Deutschland und Europa nicht den Hauch einer Mehrheit gibt? Warum diffamieren die Medien in Deutschland Putin? Wer steckt hinter dem Putsch in der Ukraine vom 20. Februar 2014? Wie berichten die Medien in Deutschland über den Anschluss der Krim an Russland?

Über diese brisanten Fragen diskutierte der Journalist Ken Jebsen im Juni 2015 in Berlin mit seinen Gästen:

– Willy Wimmer, CDU-Urgestein, ehemaliger Vize-Präsident der OSZE/KSZE und Autor des Buches „Wiederkehr der Hasardeure“ – Mathias Bröckers, TAZ-Mitbegründer und Autor des Buches „Wir sind die Guten“ – Dirk Pohlmann, Dokumentarfilmer für ARTE und ZDF – Dr. Daniele Ganser; Historiker und Friedensforscher aus der Schweiz, Autor des Buches: „NATO-Geheimarmeen in Europa – Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung“.

Die Ukraine soll nicht in die NATO

Dr. Daniele Ganser im Gespräch mit Wlad Jachtchenko

Am 10. Februar 2022 sprach der Schweizer Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser mit Wlad Jachtchenko über die Ukraine und forderte: Die Ukraine darf nicht in die NATO. Das wäre eine zu grosse Provokation für Russland. Die Volksrepubliken Luhansk und Donezk, auch als Donbass bezeichnet, befinden sich seit 8 Jahren im Konflikt mit der Regierung in Kiew. Weil es ein bewaffneter Konflikt ist gibt es Tote auf beiden Seiten. Kurz nach der Aufzeichnung des Videos intensivierte sich der Konflikt noch mehr, als Russlands Präsident Putin am 21. Februar 2022 die Volksrepubliken Luhansk und Donezk als unabhängige Staaten anerkannte und zudem erklärte, er werde russische Soldaten in die Ostukraine entsenden. Kurz darauf, am 23. Februar, haben diese neuen Staaten Moskau um Hilfe gebeten. Und wiederum kurz später, am 24. Februar, ist Russland mit Truppen in der Ukraine einmarschiert.

Startschuss für einen neuen Kalten Krieg?

Thomas Röper bei SteinZeit

Der „neue Kalte Krieg“, von dem seit 2014 immer wieder die Rede ist, kam nicht von ungefähr. Er hat eine Entstehungsgeschichte und die liegt in den Ereignissen in der Ukraine im Jahre 2014.

In seinem zweiten Buch geht Thomas Röper, der seit fast 20 Jahren in Russland lebt, Russland und die Ukraine sehr gut kennt, die Sprache spricht und ein erfolgreiches Buch über den russischen Präsidenten Putin geschrieben hat, den Ereignissen des Jahres 2014 auf den Grund.

Das Ergebnis ist ein Werk, das auf ca. 1.000 Seiten und mit fast ebenso vielen Quellenverweisen die Ereignisse des Jahres 2014 chronologisch und bis ins kleinste Detail verfolgt. Außerdem wird in dem Buch analysiert, wie die Medien in Ost und West damals über die jeweiligen Ereignisse berichtet haben.

War der Maidan ein Volksaufstand oder ein von den USA orchestrierter Regimechange? Was geschah auf der Krim und handelte es sich um eine Annektion durch Russland? Warum kam es zum Bürgerkrieg in der Ukraine, der bis heute fast täglich Menschenleben kostet? Wer hat die malaysische Boeing des Fluges MH17 abgeschossen?

Zu diesen und vielen anderen Fragen und Themen gibt das Buch fundierte, detaillierte und mit überprüfbaren Quellen hinterlegte Antworten.

Die Ereignisse des Jahres 2014 beeinflussen unser Leben bis heute und sind der Grund für den „neuen Kalten Krieg“ zwischen Russland und dem Westen. Lesen Sie in diesem Buch in aller Ausführlichkeit, wie es so weit kommen konnte, dass wir uns wieder vor einem atomaren Weltkrieg fürchten müssen.

Das Rätsel um den Abschuss von MH17 – Die Billy Six Story

NuoViso

Nachdem am 17. Juli 2014 eine Boeing mit 298 Passagieren an Bord gewaltsam zum Absturz gebracht wurde, herrscht weltweit Uneinigkeit darüber, wer für den Abschuss verantwortlich ist. Das Recherchenetzwerk „correct!v“ schickte Marcus Bensmann ins Kriegsgebiet, um die Täter zu finden. In seiner Webreportage präsentierte er seine Rechercheergebnisse mit anonymiserten Augenzeugen in einem Comic. Sein Fazit: Eine
BUK-Rakete, abgefeuert vom russischen Militär aus Seperatistengebiet holte die Boeing vom Himmel.

Der investigative Journalist Billy Six recherchierte selbst vor Ort
in der Ukraine und befragte über 120 Augenzeugen und Militärangehörige. Er kommt zu einem anderen Schluss als das Recherchenetzwerk “correct!v”. Den Grimme online Preis für Marcus Bensmann hält Billy Six für völlig ungerechtfertigt, denn er selbst sprach mit den Quellen aus der Webreportage von correct!v und stellte fest, dass viele Aussagen zurechtgebogen, sinnentstellt und ins Gegenteil verkehrt wurden.

Aber auch den forensischen Abschlussbericht des Dutch Safety Bord kritisiert Billy Six auf das Schärfste. Den 3,2 Kilogramm schweren Abschlussbericht hat er bis ins letzte Detail studiert und eine Menge Ungereimtheiten festgestellt. Von vornherein seien die Ermittlungen nicht ergebnisoffen gewesen.

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