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Seit Jahren mehren sich Fälle, in denen Wissenschaftler und Personen aus Politik und öffentlichem Leben, etwa Jörg Baberowski und Martin van Creveld oder Christian Lindner und Wolfgang Thierse, von öffentlichen Vorträgen, Diskussionen oder dem Lehrbetrieb ausgeschlossen werden, weil sie sich nicht konform zur Mehrheitsmeinung oder der Meinung besonders lauter Aktivistengruppen äußern. Bestimmte Wissenschaftler und ihre Thesen sollen durch Diffamierung aus akademischen Projekten und Debatten ausgeschlossen werden – häufig leider mit Erfolg. Um Repressalien zu vermeiden, üben sich andere Wissenschaftler in vorauseilendem Gehorsam und schränken ihre Arbeit selbst ein. Der vorliegende Band versammelt Beiträge von Wissenschaftlern unterschiedlicher Fächer. Sie behandeln die Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit vor allem in den Debatten zu Corona-Pandemie, Klimawandel, Migration und Geschlechterforschung. Die Autoren untersuchen historische, ideologische und politische Faktoren, die zur aktuellen Situation geführt haben. Einige Autoren berichten von eigenen Erfahrungen mit der Verletzung der Wissenschaftsfreiheit. In einem sind sich alle Autoren einig: Cancel Culture hat in der Wissenschaft nichts zu suchen. Ohne Wissenschaftsfreiheit gibt es keinen Fortschritt.

Prof. Christian Kreiß befasst sich mit dem Einfluss von Konzernen auf Wissenschaft. Gekaufte Studien, manipulierte Forschung, phantasievolle Interpretation von Forschungsergebnissen – zum Gunsten der Konzerne. Ein beeindruckender Vortrag, der jedem die Augen öffnen sollte!

Auch die Wissenschaft steckt in gedanklichen Blasen fest

Wir leben in einer Zeit, in welcher der wissenschaftliche Diskurs zum Erliegen gekommen ist. Es gibt nur noch eine wissenschaftliche Wahrheit. Diese wird durch die Mehrheitsmeinung der Wissenschaftler definiert. Wer andere Erklärungen andenkt oder vertritt, wird nicht gehört. Der Klimawandel ist anthropogen und erfolgt aufgrund des Ausstoßes von CO2. Wer dazu andere Gedanken hat, wie zum Beispiel den Einfluss der Sonne auf unser Klima, den Einfluss von Veränderungen von Meereströmungen wie der Atlantischen Multidekadenoszillation (AMO) oder der Pazifischen Dekaden-Oszillation (PDO) oder der Plattentektonik, ist ein Klimaleugner. Wenn man Dr. Lesch darauf anspricht, bekommt man zu hören, dass das alles Quatsch sei und nur das CO2 für den Klimawandel verantwortlich ist. Und hier vor allem das vom Menschen verursachte CO2.
In anderen Bereichen sieht das ähnlich aus. Zum Corona-Virus hört man Dr. Drosten und Dr. Wieler. Andere Fachärzte, die zu diesem Thema eine andere Meinung haben, hört man leider nicht oder sie werden als Corona-Leugner diffamiert.
Wenn man so wissenschaftliche Forschung betreibt, wird man nicht weiter kommen und vor allem wird man den Weg, den man eigeschlagen hat, nicht mehr verlassen, auch wenn er mit immer größeren Unwegsamkeiten verbunden ist. Anstatt dann darüber nachzudenken, ob der Ansatz vielleicht falsch war, wird der Weg immer weiter durch riesige Baustellen ausgebessert, so dass man ihn noch weiter beschreiten kann. Hören wir dazu Dr. Alexander Unzicker:

„Die Wissenschaftsgeschichte hat an zahlreichen Beispielen gezeigt, dass geschlossene Zirkel von sogenannten Experten in ihren Überzeugungen weit vom richtigen Weg abgekommen sind. Verfestigte kollektive Denkblockaden haben den Fortschritt oft für lange Zeit aufgehalten. Es ist daher Unabdingbar, dass neue Erkenntnisse von Menschen mit wissenschaftlicher Allgemeinbildung evaluiert werden können, wenn sie sich auf lange Sicht als korrekt erweisen sollen.
Dazu muss sich eine aufgeklärte Öffentlichkeit im Sinne von Immanuel Kant als mündig genug begreifen, sich ihres Verstandes ohne Anleitung anderer zu bedienen. Denn die Gesellschaft muss letztlich die Theorien verstehen und beurteilen, von denen ihr Schicksal auf lange Sicht abhängt.“
Alexander Unzicker: Einsteins verlorener Schlüssel. S. 8, Amazon Fulfillment, Polen, 2015

Nicht der aufgeklärte, mündige Bürger steht heute im Zentrum der Meinungsbildung, Heute geben einige Experten dem Bürger vor, was sie zu denken und zu meinen haben. Und diese Wissenschaftler haben womöglich die falschen Wege eingeschlagen. Doch welche Eigenschaften werden von einem Forscher verlangt, der sich frei von Wissenschaftszirkeln und deren Narrativen auf die Sucher nach echter Erkenntnis macht? Diese Frage beantwortet Lynne McTaggart wie folgt:

„Die wichtigste Eigenschaft, die all diese Forschern haben müssen, besteht in der schlichten Bereitschaft, ihre Zweifel aufzugeben und für die wahre Entdeckung offen zu bleiben, sogar wenn das bedeutet, die vorgegebene Ordnung der Dinge herauszufordern, Kollegen zu befremden oder sich selbst der Zensur und dem beruflichen Ruin auszusetzen. Zwar sollte die Wissenschaft eigentlich experimentelle Freiheit fördern, aber ihre gesamten Strukturen mit ihrem hochgradig wettbewerbsorientieren System der Projektfinanzierung, gepaart mit den Grundsätzen, die für Veröffentlichungen und deren kollektive Begutachtung gelten, zwingen den einzelnen mehr oder weniger, sich dem akzeptierten wissenschaftlichen Weltbild anzupassen. Das System tendiert dazu, den professionellen Forscher zu Experimenten zu ermutigen, deren Zweck hauptsächlich darin besteht, die existierende Sicht der Dinge zu bestätigen oder Technologien für die Industrie zu entwickeln, statt sich auf die Suche nach echten Inventionen zu begeben.“
Lynne McTaggert: Das Nullpunkt-Feld – Auf der Suche nach der kosmischen Ur-Energie: S. 36, München, 82007

apolut im Gespräch

Alexander Unzicker studierte ab 1985 an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Sein Diplom in Physik und das Staatsexamen in Rechtswissenschaft erlangte er 1993. 2001 promovierte er am Institut für Medizinische Psychologie der LMU in Neurowissenschaften. Seine Faszination für Physik, insbesondere Dinge aus der physikalischen Perspektive zu betrachten, half Unzicker nach eigener Aussage vor allem dabei, sein Wissen als Jurist, Neurowissenschaftler und Pädagoge noch weiter vertiefen zu können. Die Suche nach den grundlegenden Naturgesetzen der fundamentalen Physik sind Unzickers Antrieb und sein Respekt für Physiker wie Einstein, Mach, Schrödinger oder Heisenberg inspirieren ihn dabei. Seine wissenschaftskritischen Thesen als Sachbuchautor lösten immer wieder kontroverse Diskussionen aus. In seinen Büchern “Vom Urknall zum Durchknall – die absurde Jagd nach der Weltformel” oder “Auf dem Holzweg durchs Universum – warum die Physik sich verlaufen hat”, hinterfragt Unzicker kritisch die derzeitigen Modelle der Physik und benennt die offensichtlichen Fehlentwicklungen, indem er die Wissenschaftsgeschichte, -philosophie und Methodik genauer unter die Lupe nimmt. Der Titel seines aktuellen Buches lautet: „Einsteins Albtraum – Amerikas Aufstieg und der Niedergang der Physik“ Im Gespräch mit Dirk Pohlmann gibt Alexander Unzicker einen Einblick in die verschiedenen Denkweisen der Physik, die wissenschaftlichen Fehlentwicklungen nach 1930, die Unterschiede der europäischen und amerikanischen Denkkultur sowie die Verflechtungen von Politik und Wissenschaft.

Dr. Alexander Unzicker @ Roxy Ulm Science Slam Dezember 2016

Heute leben wir in einer Zeit, in der das Standardmodell die Erkenntnisse der Physik beschreibt. Darauf gründet sich unser heutiges Weltbild:
– die Lichtgeschwindigkeit ist konstant
– am Anfang war der Urknall
– das Universum expandiert
– die Expansion wird durch die Gravitation gebremst
– die Galaxien entfernen sich voneinander

Und dann kam heraus, dass die Abbremsung durch die Gravitation nicht stattfindet! Irgendetwas stimmt mit dem Standardmodell nicht. Nun erfand man die Dunkle Energie, eine geheimnisvolle Kraft, die dafür sorgt, dass im Universum nicht gebremst wird. – Wer bremst verliert!
Aber kann es nicht vielleicht sein, dass die Expansion des Universums anders abläuft, als sie beschrieben wird und dass wir seit 80 Jahren auf einem toten Pferd sitzen?
Außerdem weiß man heute, dass 96 % der Materie im Universum aus Dunkle Materie besteht und die ist unsichtbar. Das ist ja ein tolles Universum oder eine tolle Theorie. Stimmt hier vielleicht etwas nicht?

Albert Einstein hat sich 1911 mit der Frage beschäftigt, ob die Lichgeschwindigkeit vielleicht doch variabel ist. Hören wir hierzu noch einmal Dr. Alexander Unzicker:

„Es ist die paradigmische Fremdheit der alten Einstein´schen Idee [der variablen Lichtgeschwindigkeit] und ihr Bezug zum Machschen Prinzip, die sie heute so weit außerhalb jeglicher Forschungstätigkeit liegen lassen. Zu viel des etablierten Wissens würde man gefährden, als dass der Gedanke daran erträglich wäre. Und doch haben sich in der Wissenschaftsgeschichte solche unbequemen Ideen oft als wahr herausgestellt.“
Alexander Unzicker: Einsteins verlorener Schlüssel, S. 26 f., Amazon Fulfillment, Polen, 2015

 

Einsteins beste Idee – variable Lichtgeschwindigkeit